Historie

Historie


Der östlichste Stadtteil Idsteins ist Kröftel. Er wurde um 1226 vermutlich als "Cruftela" erstmals urkundlich erwähnt. Wahrscheinlich kannten aber schon die Römer erste Ansiedlungen am "Croufdera" bzw. "Cruftella" Bach, dem heutigen Schwarzbach, der als Kröftelbach unterhalb von Glashütten entspringt, durch Eppstein, das Lorbachtal und Kriftel fließt und bei Okriftel in den Main mündet. Es wird vermutet, daß früher der Schwarzbach „Kröftelbach“ genannt wurde. Die Namen Kröftel, Kriftel und Okriftel wurden dann gewählt, um zu verdeutlichen, daß alle am Kröftelbach liegen. Das sollte die Orientierung erleichtern.
Die Annahme liegt nahe, dass diese Ortsnamen zurückgehen auf ehemalige "Waldkröfteler", die bachwärts zogen, wegen der besseren Böden in der Mainebene. Kröftels Gemarkung grenzt an den Limes (
Kastell Maisel) und war damit Grenzland zwischen dem "Nassauer Löwen" und dem "Mainzer Rad" und damit nach der Reformation die Konfessionsgrenze. Die evangelische Kirche stammt aus dem Jahre 1703. Das Kirchspiel umfasst neben Kröftel, Nieder- und Oberrod als Ort der Stammkirche auch Oberems, Glashütten und Schloßborn. Das heutige Kröftel hat ca. 478 Einwohner (Stand July 2010) und ist seit der Verwaltungsreform vom 01.07.1971 einer von 11 Stadtteilen der Stadt Idstein. Die 1844 errichtete Volksschule wurde im Zuge der Landschulreform im Jahre 1966 geschlossen, die Schulkinder besuchen seitdem die Grundschule "Alteburgschule" in Heftrich und die weiterführenden Schulen in Idstein. Von den ehemals 2 Gasthäusern, 2 Lebensmittelgeschäften und einer Bäckerei ist nur noch das Gasthaus Schütz übrig geblieben. Die meisten Einwohner fahren in den Frankfurter Raum zur Arbeit. Nur noch ein Vollerwerbslandwirt kümmert sich neben einigen Hobbyweidebauern um die Kröfteler Felder und Wiesen. Die Landschaft um Kröftel ist gepflegt und lädt zum spazieren und verweilen ein. Für gesellschaftliches Leben sorgen der Sportverein, die freiwillige Feuerwehr, der Männerchor und der Heimatverein. Zu den wiederkehrenden Festen im Laufe des Jahres zählt das Grillfest an Himmelfahrt, die Kerb am 4. Oktoberwochenende und das im Juli oder August stattfindende Lindenfest. Neu hinzugekommen ist das Hambachfest im September.
[Quelle Faltblatt des Heimatvereins]

Rotes Haus zwischen Bäumen

Der kleine Idsteiner Stadtteil Kröftel bekam erst am am 16. Mai 1968 sein Wappen.

SERIE Wappen der Städte, Gemeinden und Dörfer im Idsteiner Land/ Heute: Kröftel

KRÖFTEL. Im Kröfteler (Bild) Wappen sieht man auf silbernen Grund ein rotes Haus, flankiert von zwei Tannenbäumen, darunter Wiese und einen Bach. Gezeigt wird hier der Kröfteler Bach oder Schwarzbach sowie die Wiesen rund um den kleinen Idsteiner Stadtteil. Die Überraschung enthält jedoch die zeitliche Entstehung des Wappens: Erst am 16. Mai 1968 wurde der damals noch eigenständigen Gemeinde Kröftel im damaligen Untertaunuskreis ein Wappen mit diese bildlichen Inhalt verliehen. Anlässlich der Gebietsreform in Hessen schloss sich die Gemeinde Kröftel am 31. Dezember 1971 der Stadt Idstein an. Aber das kleine Kröftel ist weitaus älter: Das Bestehen des Ortes ist seit 1226 dokumentiert. In diesem Jahr verpfändete Gottfried II. von Eppstein 30 Malter Hafer zu Cruftelo (Kröftel) an Konrad von Hattstein

Idsteiner Zeitung vom 07.08.2018




Die folgende Ansichtskarte zeigt, wie es so um 1890 bei der Landarbeit ausgesehen haben muss. Der Verlauf des Dorfes im Hintergrund ist schon deutlich erkennbar und unterscheidet sich in dieser Ansicht, nicht allzu sehr von dem heutigen. Das Gasthaus Schütz war auch schon damals ein beliebter Anlaufpunkt im Herzen Kröftels.

Landarbeit in Kröftel um ca. 1890
Landarbeit in Kröftel um ca. 1890



Postkarte Gasthaus O. Schütz ca. 1930 -1940
Postkarte Gasthaus O. Schütz ca. 1930 -1940



Die nachfolgende Postkarte zeigt eine Malerei von Kröftel so um 1974. Wir konnten leider nicht herausbekommen wer das Bild gemalt hat, aber wir fanden es unheimlich interessant zu sehen, wie sehr sich dieser Ort in den letzen 40 Jahren gewandelt hat, wo doch ein jeder hier denkt, es ändert sich nichts.

Kröftel um 1974
Kröftel um 1974