Funktionierendes Dorfleben im Fokus


 
VOR ORT Georg Striedter will die Kommunikation in Kröftel stärken/Reges Vereinsleben, aber geringe Infrastruktur
Von Beke Heeren-Pradt
 
Ortsvorsteher Georg Striedter vor dem Kröfteler Spritzenhaus,
das saniert werden soll. Foto: wita/Mallmann
 
KRÖFTEL. Ich möchte Ansprechpartner für alle sein , sagt Georg Striedter, neuer Ortsvorsteher von Kröftel, für die vielen Familien mit kleinen Kindern, die mittlerweile im Ort wohnen, für Jugendliche und auch für die Älteren. Jeder könne sich mit jedem Problem an ihn wenden, er möchte Sprachrohr sein für alle, die sich beispielsweise nicht selbst mit der Stadtverwaltung in Idstein auseinandersetzen wollen und er möchte die Kommunikation im Dorf erhalten. Das macht doch das Dorfleben aus, dass man sich untereinander kennt und miteinander spricht , zeigt sich derjunge Ortsvorsteher, selbst Vater eines fünfjährigen Sohnes, begeistert für die dörflichen Strukturen, die in Kröftel noch gut funktionieren. Auch er selbst habe dies erfahren, nachdem er 2009 nach Kröftel gezogen sei. Aus Nieder- und Oberjosbach kommend, seien er und seine Frau mit offenen Armen im Idsteiner Stadtteil aufgenommen worden, hätten sich gleich in der Feuerwehr engagiert, so wie sie dies auch in ihren Heimatorten getan hatten. Und damit seien sie sofort angekommen in der neuen Heimat mit dem Ergebnis, dass er bei der vergangenen Kommunalwahl nicht nur in den Ortsbeirat, sondern aus dem Stand auch als Ortsvorsteher gewählt wurde. Auch er und sein Ortsbeirat gehen auf alle Neubürger zu und versuchen, sie von Anfang an im Dorfleben zu integrieren.

Und das ist lebendig. In Kröftel wird einfach alles mit einem Fest gefeiert , freut sich der Ortsvorsteher über das rege Vereinsleben. Nicht nur, dass jeder Verein eigene Aktivitäten habe, vielmehr gebe es auch einen Vereinsring, der unter anderem alle zwei Jahre große Fastnachtssitzungen organisiere, und mit dem Spritzenhaus , dem ehemaligen Feuerwehrgerätehaus, einen Treffpunkt im Ort besitze, in dem alle zwei Wochen etwas los ist: Grillpartys im Sommer, gemeinsames Fußballschauen und lockere Treffen zum Schwätzen. Große Projekte stehen nicht an, aber der Ortsvorsteher möchte gern den Spielplatz und das Spritzenhaus sanieren, versuchen, ein Sportprogramm für unterschiedliche Altersgruppen ins Leben zu rufen sowie etwas für die Verkehrssicherheit entlang der Hauptstraße tun.

Erstes Baby im Neubaugebiet wird gefeiert
Im Vorjahr habe der Ortsbeirat einen Sponsor gefunden, der 100 Stühle für den Friedhof gestiftet habe. Das Fehlen von Sitzgelegenheiten bei Beerdigungen sei eines der ersten Probleme gewesen, die an ihn als Ortsvorsteher herangetragen worden seien. Ich konnte das gar nicht verstehen , sagt Striedter und hatte sehr schnell das Glück, eine Firma zu finden, die ihre alten, ausgemusterten Stühle dem Ortsbeirat zur Verfügung stellte.

Aktuell bleibt die Einbindung der neuen Bürger, die in den vergangenen Monaten durch die Entwicklung des Neubaugebietes in den Ort gezogen sind. Am 27. Dezember wurde das erste Baby im Neubaugebiet geboren das haben wir gefeiert , erzählt Georg Striedter davon, dass sich bisher zehn neue Familien im 500-Seelen-Ort niedergelassen haben, drei weitere in den nächsten Monaten noch dazukommen werden.
 
Integriert wurden auch die beiden Flüchtlingsfamilien, die in einer Unterkunft im Ort wohnen und von Paten betreut werden. Sie haben schon für uns gekocht, kommen zu Dorffesten und es ist spannend zu beobachten, wie die Kommunikation zwischen diesen Familien, den amerikanischen Familien, die im Dorf wohnen, und den alten Kröftelern abläuft , freut sich Georg Striedter auch über diese internationale Komponente seines Ortes, der Menschenfreundlichkeit und Landleben bietet, bei Ausstattung mit Infrastruktur jedoch eher passen muss. Außer einer Kirche und einer Kneipe gibt es nichts , meint der Ortsvorsteher, der seit Anfang des Jahres als stellvertretender Hausleiter im Wilhelm-Kempf-Haus in Naurod arbeitet und sich über den mittlerweile kurzen Weg zur Arbeit freut, nachdem er jahrelang als Marketing- und Vertriebsökonom für eine Frankfurter Hotelkette viel unterwegs war. Dass man zum Einkaufen ins Auto steigen muss, das weiß man, wenn man aufs Dorf zieht , sagt Striedter.
 
Kontakt
Neben Ortsvorsteher Georg Striedter sind im Ortsbeirat Kröftel vertreten:
  • Barbara Koehler-Schallwig (stellvertretendeOrtsvorsteherin)
  • Thomas Frenzl
  • Andreas Mohr
  • Günter Sachs

Bericht der Idsteiner Zeitung vom 25.02.2017