Sonnige Aussichten in Kröftel

 
ENTWICKLUNG Einheimischen-Modell als Erfolgsgeschichte

KRÖFTEL. Eigentlich hätte es ein erster Spatenstich werden sollen, aber die Erschließungsarbeiten im Baugebiet Am Schieferstück sind so weit fortgeschritten, dass kurzerhand zur Baustellenbegehung eingeladen wurde.

Derzeit werden Kanäle im Trennsystem verlegt, bis zum Jahresende soll das abgeschlossen sein. Die benötigte Verkehrsfläche wird rund 3000 Quadratmeter groß. Ende März, Anfang April , so skizzierte Norman Wille vom beauftragten Planungsbüro, können hier die Häuslebauer aktiv werden. Im Einheimischen- Modell werden das in erster Linie Kröfteler beziehungsweise Idsteiner oder Bürger aus dem Idsteiner Land sein, denn es geht nicht nur einfach um neue Bauplätze, die gewinnbringend an den Mann gebracht werden sollen.
 
Ortstermin in Kröftel: Bürgermeister Herfurth informiert über den Baufortschritt. Foto: wita/Martin Fromme

Gegen die Landflucht
Mit der Umsetzung der Einheimischen- Modelle in den Idsteiner Stadtteilen Dasbach,Walsdorf und Kröftel will die
Kommune den Bürgern die Chance geben, in ihrem Umfeld familiengerecht neu bauen zu können und so der Landflucht in größere Städte und Gemeinden begegnen. In diesem Sinne wurden weder Grundstücke auf Halde gelegt noch Bauträger- Verträge abgeschlossen , informierte Bauamtsleiter Axel Wilz. Von den insgesamt 18
Grundstücken ist derzeit nur eines noch nicht reserviert.
Die Erfolgsgeschichte will Bürgermeister Christian Herfurth (CDU) vielleicht noch in anderen Stadtteilen umsetzen,
denn die Nachfrage nach den Bauplätzen sei sehr groß gewesen. Freilich sind die Interessenten der ersten Stunde nicht die gleichen, die nächstes Jahr im Schieferstück ihre Einfamilienhäuser
bauen werden. Fast zehn Jahre ist es her, dass der Flächennutzungsplan geändert wurde. Einige junge Familien, die an der Idee, in der Kröftel zu bauen, Gefallen fanden und in der Familienplanung waren, haben sich anders orientiert.

Der ehemalige Ortsvorsteher Jürgen Beranek erinnerte daran, dass der Ortsbeirat schon Mitte der 90er Jahre den
Wunsch nach einem Baugebiet für Einheimische hatte. Zuzug hat Kröftel immer gutgetan. Hier sei der richtige Weg eingeschlagen worden. Jetzt hoffe er auf ein gutes Miteinander nicht zuletzt von Neubürgern und Landwirtschaft.

Von einer sehr guten Zusammenarbeit mit der Verwaltung sprach Ortsvorsteherin Barbara Köhler-Schallwig, auch
wenn sie bedauerte, dass wegen der langen Planungszeit so mancher Interessent wieder abgesprungen sei. Die, die die Chance ergreifen konnten, in sonniger Lage in Kröftel bauen zu können, seien aber jetzt in den Startlöchern und hoffen auf einen milden Winter.

Idsteiner Zeitung vom 20.11.2014

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